Liebe Freunde des rollenden Balles, zwei Monate dieses Jahres sind schon wieder vergangen, das ging fixer als manche Vertragsunterzeichnung am letzten Tag des Transferfensters und sportlich bisweilen ähnlich unvorhersehbar wie das „Wahlspektakel“ in der Hauptstadt.
Auch für den vergangenen Monat Februar gibt es eine kleine Rundschau durch Lesenswertes aus der Welt des Fußballs, gespickt mit unnützem, also existentiell wichtigem Wissen.
Beginnen möchten wir mit einem sehr lesenswerten Beitrag aus der Zeit zu einem Thema, welches sich jeglicher humoristischer Allegorie verbietet. Im Iran gibt es seit Ende letzten Jahres massive soziale Unruhen, angeführt von vielen tapferen, zum Teil sehr jungen Frauen, die auf die jeweils individuelle Emanzipation und kollektives Recht auf Freiheit pochen. Und die auch darauf aufmerksam machen wollen, dass Frauen in der islamischen Republik Iran Träume haben, die Ihnen — im Gegensatz zu in ihren männlichen Familienmitgliedern — verwehrt werden. Noch verheerender sieht die Lage für Frauen im benachbarten Afghanistan aus, spätestens seit erneuter Übernahme der Taliban, die nach chaotischem und dilettantischen Rückzug der westlichen Truppen im Stich gelassen werden in einem nicht zu gewinnenden Kampf gegen religiös-patriarchale Unterdrückung. In einem Beitrag für ZEIT Online beschreibt eine dieser Afghanischen Frauen ihre Liebe seit frühester Kindheit zum Fußball im Allgemeinen und Messi im Speziellen. Und sie berichtet auch — anonym, weil sie fürchten muss auf irgendeine Art bestraft zu werden für ihr Schreiben und diese Zuneigung zu einer gänzlich „unpolitischen Sportart“ — wie sie die meisten der Spiele als Kind nicht verfolgen durfte, weil sie daheim bleiben, oder den Abwasch machen musste, während ihre Brüder diese Freiheit genossen hatten. Sie schreibt: „Mich an diesem Ort des Hasses und des Krieges, an dem ich lebe, mit einem Sport zu beschäftigen, der so wesentlich auf Liebe und Freundschaft basiert, ist stets ein Paradox für mich gewesen und ich wünschte so sehr, es wäre anders.“
Liebe und Freundschaft verbinden wir auch mit unseren Fast-Nachbarn im sonnigen Süden, wo Negronis und Pizza einen die eigenen Privilegien vergessen machen. Alle Liebhaber des italienischen Fußballs wissen es natürlich bereits, dennoch soll es ja Personen geben, die die Serie B nicht so intensiv verfolgen. Deshalb muss kurz eingeschoben werden: Der FC Südtirol steht als Aufsteiger in der zweithöchsten Spielklasse aktuell auf Tabellenplatz vier, nur zwei Punkte hinter einem direkten Aufstiegsrang und damit dem Durchmarsch in die Serie A. Da lohnt sich schon mal ein genauerer Blick. Und einen solchen hat die neue Südtiroler Tageszeitung geworfen, genauer gesagt haben sie sich mit FCS-Manager Dietmar Pfeifer unterhalten, der definitiv neue Einblicke in das Innenleben eines Fußballbetriebs geben kann. Frage: „Wie haben Sie es geschafft, Bisoli (Pierpaolo Bisoli, den aktuellen Trainer des FCS, nach drei Saisonspielen gekommen) nach Bozen zu holen?“ Antwort: „Er hatte keinen Verein.“ Na danke, dann wissen wir ja jetzt Bescheid.
Wer etwas länger Zeit hat als nur den kurzen Weg zur Arbeit kann sich auch mal eine längere Lektüre gönnen. Da bietet sich das Werk „Alles geben“ von Neven Subotic an. Ja, genau dem, dem Innenverteidiger, der Fußballfans vor allem durch seine Zeit bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp bekannt ist, für seine Meisterfeier mit den BVB-Anhängern, seinem Anfall gegen Arjen Robben oder seiner Rettungsaktion im Champions-League-Finale. Aber, und das ist der springende Punkt, Subotic kann mehr als nur sehr gut kicken. Oder konnte, denn ob er immer noch so gut in Form ist wie vor einigen Jahren ist nicht verbrieft. Er zeigt auf, was seiner Meinung nach im Leben wirklich zählt (Spoiler: Der Ball ist es nicht) und, das ist noch beeindruckender, wie er sich dafür einsetzt. Damit stellt er gerade im Fußballbusiness eine, traurigerweise, Ausnahmefigur da, die aber, auch wenn er selbst das vielleicht nicht so sagen würde, inspirieren kann, inspirieren sollte. Das Problem: Die Sicht auf den Fußball und vor allem auch die Sicht auf sich selbst könnte dabei arg in Mitleidenschaft gezogen werden.
Abschließend ein Netzfund, genauer gesagt ein Fund auf der Social Media Plattform Twitter. Vielleicht ein unterbewusster Beitrag zur Frage nach einer Möglichkeit den Fußball als Sportart zu reformieren, bzw. neue Akzente innerhalb dessen zu setzen. Japan ist bekannt für atemberaubend absurdes Spektakel, das den Zuschauenden stets geboten wird.
